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Viel Aufwand ohne nur einen Schritt weiterzukommen? – eine kurze Selbstbeobachtung

Ich habe mir vor einiger Zeit ein neues Trainingsziel definiert: Ich möchte mehr Turner und Gymnastik  Bewegungsabläufe beherrschen. Sei das jetzt ein Handstand, der Planche und spannende Verrenkungen an der Stange. 

Voller Motivation habe ich mir Bücher besorgt, mich auf Webseiten und befreundeten Coaches informiert und habe einen Trainingsplan formuliert. 

Dann war ich mir unsicher - es kommt schon sehr schnell zu Verletzungen in diesen Gelenkswinkeln, wie kann man das vermeiden? Ist mein Trainingsplan überzogen formuliert?

Auf diese Fragen folgt wieder Recherchearbeit. Letzte Unsicherheiten sind ausgeräumt und ab gehts in die erste Trainingseinheit. 

Puh. Ist doch alles schwieriger als gedacht, die Schulter zwickt, viele Positionen sind nicht lange durchhaltbar. Also wieder zurück zum Anfang, wieder ans Bücher lesen und weiter informieren. 

Fortschritt in meinem Trainingsziel: null. Zeitlicher und geistiger Aufwand: hoch

 

Wie kann das sein?

James Clear differenziert zwischen Action und Motion, ich übersetze das gerne als Maßnahme und Bewegung.

Ich bin selbst ein Meister darin in Bewegung zu kommen, nachzulesen, mich zu informieren und Ideen zu wälzen. Alles schön mittig in meiner Komfortzone. 

Maßnahmen hingegen benötigen eine gewisse Exposition: ich muss trainieren um Erfolge zu erzielen, ebenso muss ich meinen Blogbeitrag veröffentlichen damit er gelesen werden kann. 

Die Balance macht hier den Unterschied:

Bewegung an sich führt nicht zu einem Ergebnis, nur eine Maßnahme kann das. Maßnahmen sind unangenehm aber sollten auch nicht ohne ein Mindestmaß an Vorüberlegung durchgeführt werden.

Hierzu aber ein schönes Sprichwort, das auch von Voltaire aufgegriffen wurde: “Das perfekte ist der Feind des Guten”

Ein Zyklus zwischen Maßnahme und Bewegung ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg. 

Stefan Kohlweg